3 /- Woher der Wind kommt

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Niemand sagte mir je, dass Bäume Münder zum Atmen haben wie wir Menschen. Tausende kleiner Spalten übersäen die glattrindigen Stämme von Kirschbäumen oder Birken. Auch an Sträuchern von Holunder oder Forsythien sind sie leicht erkennbar. Einige schmollen, andere scheinen wie Pferde zu schnauben. Viele ähneln den Lippen von Julia Roberts, wenn sie ihre Mundspitzen leicht in die Breite zieht. Wächst der Baum und nimmt an Stammumfang zu, verziehen sich auch die Baummünder in die Breite, bis die Rinde bricht und sie in den Rissen verschwinden. Bei älteren Bäumen sieht man sie meist nicht mehr.

Ob sie mit ihren Mündern den Wind erzeugen, der unter Bäumen immer spürbar ist? Selbst leiser Atem erzeugt ja Wind. Dann wäre klar, weshalb selbst an heissen Tagen unter Bäumen ein Windhauch da ist. Es ist ihr Atem.